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KI-Suche zitiert deine Website – aber empfiehlt sie dich auch?

Zwei Studien zeigen: Wer sich selbst als "die Beste" bewirbt, wird von ChatGPT & Co. oft zitiert – aber nicht empfohlen. Was das für lokale Betriebe bedeutet.

GreaterWeb Redaktion 21. Juli 2026 4 Min. Lesezeit

Jemand fragt ChatGPT nach dem besten Restaurant in Salzburg. Die KI durchsucht das Netz, findet die eigene “Warum wir das beste Restaurant der Stadt sind”-Seite des Betriebs – und zitiert sie sogar als Quelle. Empfohlen wird am Ende trotzdem ein anderes Lokal. Zwei aktuelle Studien haben dieses Muster jetzt mit Zahlen belegt, und für lokale Unternehmen lohnt sich ein zweiter Blick darauf.

Was die Studien zeigen

Die SEO-Analystin Lily Ray hat 100 englischsprachige B2B-Suchanfragen nach dem Muster “best [category] software” untersucht und dabei Googles AI-Overviews ausgewertet. Ergebnis: In 69 Prozent der Fälle, in denen eine eigenwerbliche Bestenliste als Quelle zitiert wurde, tauchte die darin beworbene eigene Marke in der KI-Antwort gar nicht auf – konkret bei 224 von 323 untersuchten Listicles. Die eigene Seite wird also gefunden und genutzt, die Empfehlung geht aber an jemand anderen.

Ahrefs ist dem Phänomen mit einem eigenen Experiment nachgegangen: 34 eigenwerbliche Seiten auf fünf Domains wurden veröffentlicht, anschließend knapp 10.000 Antworten von ChatGPT, Gemini, Perplexity und Copilot ausgewertet. Diesen “Backfire-Effekt” – die eigene Seite wird zitiert, die Marke aber nicht genannt – gab es bei neuen Produkten und Marken in 43 Prozent der Fälle. Bei bereits etablierten Marken waren es nur 11 Prozent.

Warum das passiert

Die naheliegende Erklärung: KI-Suchsysteme trennen anscheinend zwischen Quelle und Empfehlung. Ein Artikel kann zitiert werden, ohne dass die darin beworbene Marke als vertrauenswürdig genug für eine Empfehlung eingestuft wird. Wer nur selbst behauptet, der Beste zu sein, hat damit erstmal nur eine Behauptung geliefert – keinen Beleg. Bei etablierten Marken kennt das System das Unternehmen dagegen oft schon aus unabhängigen Quellen und vertraut ihm entsprechend mehr.

Gemütliches Restaurant-Interieur mit warmer Beleuchtung

Was das für Handwerksbetriebe und Gastronomie bedeutet

Für einen Malerbetrieb oder ein Restaurant heißt das: Die eigene Website mit Sätzen wie “Das beste Restaurant Salzburgs” oder “Österreichs zuverlässigster Malerbetrieb” reicht als Vertrauenssignal allein nicht mehr aus. KI-Suchsysteme lesen solche Aussagen als das, was sie sind – Eigenwerbung. Was zählt, sind Erwähnungen, die nicht vom Unternehmen selbst stammen: Kundenbewertungen, Brancheneinträge, redaktionelle Empfehlungen, Fachportale.

Für den deutschsprachigen Raum kommt ein weiterer Punkt dazu: Der deutschsprachige Informationsraum ist deutlich kleiner als der englischsprachige. Einzelne, gut sichtbare Quellen können dadurch überproportional viel Gewicht bekommen – im Guten wie im Schlechten. Wer als lokales Unternehmen in einem seriösen Branchenverzeichnis, bei einer Kammer oder in einem Testbericht auftaucht, bekommt eine Art von externem Signal, das KI-Systeme stärker zu gewichten scheinen als die eigene Werbebotschaft. Hinzu kommt ein zweites Risiko: Große Sprachmodelle könnten englischsprachige Marktführer bevorzugen, selbst wenn für Kundinnen und Kunden hierzulande Sprache, Support oder Datenschutz eigentlich wichtiger wären als der internationale Bekanntheitsgrad.

Smartphone zeigt einen lokalen Geschäftseintrag mit Google-Sternebewertung

Was du konkret tun kannst

Ein Eintrag in einem unabhängigen Firmenverzeichnis wie GreaterWeb ist ein solches Signal von außen – keine Eigenwerbung, sondern eine nachprüfbare, strukturierte Erwähnung deines Unternehmens außerhalb der eigenen Website. Zusammen mit echten Kundenbewertungen, Brancheneinträgen und Erwähnungen in lokalen Medien entsteht so über Zeit ein Vertrauensnetz, das schwerer zu ignorieren ist als eine einzelne Superlativ-Behauptung auf der eigenen Startseite.

Kurz notiert

Google hat außerdem seine Dokumentation zu Canonical-Problemen aktualisiert: Selbst nach einer Korrektur kann es laut Google bis zu zwei Wochen dauern, bis betroffene Seiten aus einem Duplicate Cluster gelöst werden – vorausgesetzt, die Inhalte unterscheiden sich anschließend auch wirklich deutlich voneinander. Reine Tag-Korrekturen ohne inhaltliche Differenzierung bringen also wenig.

Und für Online-Shops gibt es Neuigkeiten aus der Structured-Data-Dokumentation: Im Markup für Merchant Listings lässt sich jetzt eine Produktkategorie über das Feld codeValue angeben – entweder über Googles eigene Produkttaxonomie-ID oder direkt als Klartext-Kategoriename. Für Shops mit großem Sortiment ein kleiner, aber sinnvoller Hebel für sauberere Daten.

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